<?xml version="1.0" encoding="utf-8" ?>
<rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
<channel>
<title>11ème Journée Romande de Phytothérapie</title>
<atom:link href="https://smgp-sspm.ch/article-feed/de/11_me_journ_e_romande_de_phytoth_rapie/51019" rel="self" type="application/rss+xml"></atom:link>
<description><![CDATA[11ème Journée Romande de Phytothérapie|Schweizerische Medizinische Gesellschaft für Phytotherapie SMGP]]></description>
<link>https://smgp-sspm.ch/11_me_journ_e_romande_de_phytoth_rapie</link>
<language>de</language>
<image><title>11ème Journée Romande de Phytothérapie</title>
<link>https://smgp-sspm.ch/11_me_journ_e_romande_de_phytoth_rapie</link>
<url>https://mein.fairgate.ch//uploads/2574/admin/clublogo_100/Logo5SMGP10transparent6l.png</url>
</image>
<item>
<title>11e Journée Romande de Phytothérapie</title>
<link>https://smgp-sspm.ch/11_me_journ_e_romande_de_phytoth_rapie/detailview/page/119174</link>
<description><![CDATA[Die elfte Auflage der Journée Romande de Phytothérapie im Hotel DuPeyrou in Neuchâtel am 23. Mai war sehr gut besucht. Die Tagung war von Karoline Fotinos und...]]></description>
<pubDate>Wed, 03 Jul 2024 10:47:42 +0200</pubDate>
<guid isPermaLink="false">2d44c58bf2de5be46752fe3d4251d2f2</guid>
<category>Allgemein</category>
<category>Aktualität</category>
<category>Veranstaltungen</category>
<category>Journée Romande 2024</category>
<category>Jahrestagung</category>
<category>2024</category>
<content:encoded><![CDATA[&lt;![CDATA[<p>Die elfte Auflage der Journée Romande de Phytothérapie im Hotel DuPeyrou in Neuchâtel am 23. Mai war sehr gut besucht. Die Tagung war von Karoline Fotinos und Barbara Zürcher hervorragend organisiert. Viele unserer Supporter konnten es einrichten und waren mit ihrem Stand anwesend. Für den Stehlunch wurden Speisen bevorzugt aus lokalen Quellen zubereitet.<br type="_moz"></p><p>Unter dem Titel " Plantes médicinales: Réponse écologique aux défis de la santé? " wurden die aktuelle Umweltproblematik mit Klimawandel, Energiekrise und Umweltverschmutzung und mögliche Lösungsansätze durch die Phytotherapie diskutiert.</p><p><strong>Dr Olivier Pasche, Vizedirektor des Instituts für Hausarztmedizin der Universität Fribourg</strong>, stellt in seinem philosophischen Vortrag mit dem Titel " Défis pour la santé et le clinicien à l'ère du anthropocène " eine Bilanz zu einer rigorosen Gewissensprüfung auf. Wir müssen über die empfindlichen Bedingungen unserer Existenz nachdenken und unser Verhalten radikal ändern. Pasche's Traum: Ein Heilkräutergarten für jede Heileinrichtung als Ort, an dem nicht nur der Mensch sondern auch die Umwelt gepflegt wird.</p><p>Das grosse Potential von in der Offizin hergestellten <em>Formula</em>-Medikamenten stellte <strong>Karoline Fotinos, Apothekerin in Bern</strong> vor. <em>Formula</em>-Arzneimittel bieten eine massgeschneiderte, personalisierte Pharmakotherapie und eine mögliche Lösung im Fall von Lieferunterbrüchen. Wichtig ist der intensive Dialog mit der behandelnden Ärztin, resp. Arzt. Verwendet man pflanzliche Heilmittel, kann auch dem grossen Problem der Antibiotikaresistenzen begegnet werden: Ätherische Öle können bei unkomplizierten Infektionen der oberen Luftwege und unkomplizierte Harnwegsinfektionen den Antibiotikagebrauch verringern und sogar ersetzen. Antibiotika, Lipidsenker und Schmerzmittel sind die Arzneimittel, die die Umwelt am stärksten belasten. Sie können insbesondere im Anfangsstadium oft durch pflanzliche Arzneimittel ersetzt werden. Ein weiterer Grund, pflanzliche Arzneimittel anzuwenden ist die Steigerung der Nachfrage von Patienten nach "etwas Natürlichem". Auch bei der Wahl eines pflanzlichen Arzneimittels müssen die Aspekte der Nachhaltigkeit und der Umweltbelastung beachtet werden: Anbau, Arbeitsbedingungen, Ernte, Lieferwege sind die wichtigen Kriterien. Arzneipflanzen sind aus natürlichen Substanzen zusammengesetzt, weshalb man annimmt, dass sie die Umwelt weniger belasten als synthetische Stoffe. Insgesamt weiss man jedoch zu wenig über das Thema, denn auch ätherische Öle können für Wasserlebewesen toxisch sein. Zu beachten ist auch eine umweltverträgliche Vernichtung von abgelaufenen Ölen, sowie allgemein bei der Herstellung von Phytotherapeutika die korrekte Entsorgung allfälliger Extraktionsmittel.</p><p><strong>Dr. Aline Mercan, Anthropologin und Allgemeinärztin, Entremont-le-Vieux</strong>, zeigt die Problematik des Klimawandels und des menschlichen Handelns auf unsere Arzneipflanzen. Wir können nicht länger leugnen, dass der Mensch die Natur nach keinem nachhaltigen Modell mehr ausbeutet. Arzneipflanzen verschwinden aufgrund der Klimaerwärmung und des Erntedrucks in beschleunigtem Tempo. 80&nbsp;% der konsumierten Pflanzen stammen aus Wildsammlung. Dies, weil die Wildsammlung am billigsten ist. Das Personal ist zum grossen Teil schlecht ausgebildet und wird ausgebeutet. Die Qualität solcher Produkte ist mehr als fraglich, weil die Sammler in ihrem Existenzkampf der Quantität gegenüber der Qualität den Vorzug geben. Die Pflanzen werden rein utilitaristisch wahrgenommen, der Mensch wähnt sich ausserhalb der Natur. Um dies zu ändern, bedarf es einer neuen Sichtweise auf die Pflanzenwelt, Anpassungen im Unterricht und auch in der Phytotherapie (Anmerkung des Autors: Letzteres war eines der Grundthemen der Tagung).</p><p>In ihrem Vortrag schildert <strong>Dr. Aurélie Poirot, Internistin FMH, Vallorbe</strong> die Problematik der Arzneimittelrückstände für die Gewässer. Die pharmazeutische Industrie wächst unaufhörlich. Die Auswirkung der Rückstände von Medikamenten in den Gewässern lässt sich immer besser belegen. Medikamente belasten die Umwelt auf vielfältige Weise. Ihre Herstellung wurde in Länder verlegt, wo ein Mangel an Regulierung es ermöglicht, Abfälle direkt in das Abwasser zu leiten. Je nach Substanz werden 30 - 90 % eines Wirkstoffs mit dem Urin oder den Faeces direkt in die Abwässer ausgeschieden. Ein hoher Anteil nicht verwendeter Medikamente wird mit den Haushaltsabfällen eliminiert oder direkt in den Ausguss gegeben. Der grösste Teil der Kläranlagen ist nicht für die Elimination von Arzneimittelrückständen eingerichtet. Die NSAID und Antibiotika geben am meisten zu Besorgnis Anlass. Einfache Harnwegsinfektionen werden oft unnötigerweise mit Antibiotika behandelt. Eine symptomatische Behandlung ist meistens gleichwertig. Hier sieht die Referentin einen Beitrag einer Hausarztpraxis zur Minderung der Problematik. Es ist eine Reihe von zugelassenen pflanzlichen Arzneimitteln, die eine Antibiotikaverschreibung bei der unkomplizierten Harnwegsinfektion obsolet machen, verfügbar.</p><p><strong>Dr. Marion Ombelli, Gynäkologin FMH, Neuchâtel,</strong> vermutet aufgrund langjähriger beruflicher Erfahrung und intensivem Studium des Themas, dass es sich bei der Endometriose letztendlich um eine umweltbedingte Krankheit handelt: Synthetische Hormone sind in unserem Leben und in der Gynäkologie allgegenwärtig. Millionen Paare verhüten mit hormonalen Kontrazeptiva. Hormone werden auch zur Behandlung der Endometriose und der Dysmenorrhöe verschrieben, eine Behandlung, die vor allem langfristig verabreicht, zur Aggravation der Symptome führen kann. Eine Hormontherapie kann Menopausenbeschwerden erleichtern, birgt aber ein erhöhtes Risiko für ein Mamma-Ca. Die verabreichten Hormone gelangen in einem erheblichen Mass in die Gewässer, wo sie nicht nur eine Gefahr für die Wasserlebewesen darstellen. Sie werden in den meisten Abwasserreinigungsanlagen nicht eliminiert und gelangen schliesslich via Trinkwasser als endokrine Disruptoren wieder in den menschlichen Körper. Die Tatsache, dass der Mensch Teil der Natur ist, wird von der klassischen wissenschaftlichen Betrachtung von Ursache und Wirkung als Erklärung von Krankheiten, verdeckt. Die Referentin ruft dazu auf, das alte Wissen der Vorfahren in die moderne Medizin zu integrieren. In ihrer Praxis orientiert sie sich am Raster der funktionellen Medizin mit seinen sieben Behandlungsansätzen, die einerseits eine Hormonverschreibung vermeiden können, andererseits die durch endokrine Disruptoren verursachten Symptome lindern können.</p><p>Die Zahl der zugelassenen Phytotherapeutika hat seit der Annahme der Initiative "Ja zur Komplementärmedizin" im Jahr 2009 stetig abgenommen. <strong>Dr. tech. Herbert Schwabl, Wetzikon</strong>, beschreibt die Ursachen für diese Entwicklung. Im Zulassungsverfahren wird nur wenig auf die Erfahrung Bezug genommen und zu viel Wert auf eine eindimensionale, organbezogene Evidenz gelegt. Es gibt seit dem Jahr 2000 2½-mal mehr Regulierungstexte. Das Bundesamt für Gesundheit senkt im Bestreben, die Gesundheitskosten zu kontrollieren, die ohnehin schon günstigen Phytotherapeutika preislich weiter ab. 8.1 Milliarden Menschen sind daran, die Umwelt in geologischem Massstab zu verändern. In den nächsten 25 Jahren kommen weitere 2 Milliarden dazu. Das führt zu einem steigenden Verbrauch der natürlichen Ressourcen. Lösungen müssen auf der Ebene der Gesellschaft gesucht werden. Grosse Firmen beantworten solche Fragen mit technologischen Mitteln, was aber für die Umwelt nur mehr Belastung bedeutet. Schwabl schliesst mit der Frage: Ist eine neue Initiative notwendig?</p><p>Wie wäre es, wenn man die Primärversorgung neu denkt? Dieser Frage ging <strong>Dr. Vincent Amstutz, Allgemeinpraktiker FMH, Le Landeron</strong>, in seinem Vortrag nach. Gesundheit wird als ethisch hohes Gut wahrgenommen und kann die Umwelt schädigen. Prävention und eine bessere Kenntnis dessen, was Gesundheit bestimmt, könnten aber eine positive Auswirkung auf die Umwelt haben. Der Referent reduziert in seiner Praxis mit verschiedenen Massnahmen die Notwendigkeit von Verschreibungen. Die Anwendung einer manuellen Therapie reduziert nicht nur den Medikamentenverbrauch, sondern auch die Notwendigkeit von weiteren Untersuchungen und operativen Eingriffen. Amstutz schlägt seinen Patienten pflanzliche Arzneimittel und Hausmittel vor, die sie zum Teil selber zubereiten können. Das reicht aber nicht aus, meint der Referent. Die Massnahmen, die notwendig sind, um die Grenzen des Planeten zu respektieren, müssen noch viel weitergehen, beispielsweise muss die Phytotherapie noch vielmehr angewendet werden, andere Strukturen müssen aufgebaut werden, z. B. das Einrichten von Gesundheitszentren oder andere Finanzierungsmodelle im Gesundheitswesen im Sinne von Kopfpauschalen für die Einrichtungen. Die Schweizer Umfrage zu Gesundheitsfragen zeigt auf, dass die Phytotherapie kostengünstig ist und die Patienten vermehrt ermächtigt. Eine interessante Idee ist es, invasiv wachsende Neophyten auf ihr phytotherapeutisches Potential zu untersuchen. Mit einer Nutzung könnte das invasive Wachstum solcher Arten dann eingedämmt werden.</p>]]&gt;]]></content:encoded>
</item>
</channel>
</rss>